Kinderuniversität – Bildung für die Kleinen

Kindergarten, Schule, Ausbildung oder universitärer Abschluss – das sind die Stationen, die ein Mensch stets vor seiner beruflichen Karriere in Angriff nimmt. Das Niveau steigert sich im Laufe der Zeit, der Weg von der Allgemeinbildung hin zur Spezialisierung ist lang. Doch ein neues Modell der Wissensvermittlung will mit diesem traditionellen Bildungskonzept brechen.

Die Kinderuniversität ist eine seit der Jahrtausendwende eingerichtete Bildungsanstalt für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Das Konzept geht auf die Universitäten Innsbruck und Tübingen zurück, die als erste Bildungsstätten im deutschsprachigen Raum damit begonnen hatten, Lehrveranstaltungen in loser Reihenfolge für Minderjährige aufzubereiten und anzubieten.

Gegenwärtig beteiligen sich etwa 100 Hochschulen in Europa an dem Konzept. Dieses soll den Kindern bereits im jungen Alter ein ausgewähltes Wissen zur Verfügung stellen und ihnen den Spaß auch an komplexeren Zusammenhängen und Hintergründen vermitteln. Daneben ist es für die Universität sinnvoll, schon früh den Kontakt zu späteren Studenten zu knüpfen.

Die Vorlesungen der Kinderuniversität finden in den meisten Hochschulen stets ein bis zwei Mal im laufenden Semester statt. An diesen mittlerweile traditionellen Tagen gehört der Lehrsaal dem schulpflichtigen Nachwuchs und ist meist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Andere Lehreinrichtungen bieten die Veranstaltungen in der ansonsten vorlesungsfreien Zeit an.

Die Inhalte der Vorlesungen orientieren sich häufig an übergeordneten, beinahe philosophischen Fragestellungen, zu denen die Kinder diskutieren können. Ein Zwang zur Teilnahme oder eine Wissensabfrage findet hingegen nicht statt. Wer die Vorlesungen der Kinderuniversität besuchen möchte, sollte diesbezüglich mit der nächsten Hochschule oder der Lehreinrichtung des eigenen Kindes Kontakt aufnehmen.